Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im April 2026
- Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit
- Kräftenachfrage der Unternehmen ist rückläufig
- Etwas weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als im Vorjahr
Im April ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz leicht gesunken. Betriebe meldeten weniger Arbeitsstellen und die die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag unter dem Vorjahresniveau.
Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im April 129 300 Frauen und Männer arbeitslos, 1 600 oder 1,2 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Im Vorjahresvergleich war ein Anstieg um 4 400 Arbeitslose (plus 3,6 Prozent) zu verzeichnen.
Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,6 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 5,7 Prozent und vor einem Jahr 5,5 Prozent.
„Die Arbeitslosigkeit verharrt auf hohem Niveau. Mehr Arbeitslose in einem April-Monat wurden zuletzt im Jahr 2009 gezählt. Die geopolitischen Risiken machen sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar“, sagt Walter Hüther, Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. „Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten. Je länger der Konflikt im Nahen Osten andauert, umso größer werden die Beeinträchtigungen auf dem Arbeitsmarkt sein.“
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im April bei 158 800 Personen. Das waren 1 900 oder 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich
arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer
Beschäftigung.
Seit Jahresbeginn haben sich 42 900 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit
arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 1 100 Personen oder 2,7
Prozent mehr.
32 700 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 700 oder 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Seit Jahresbeginn meldeten Unternehmen 23 300 neue Arbeitsstellen, 600 Stellen
als im Vorjahr (minus 2,6 Prozent). Insgesamt waren im April 32 400 offene Arbeitsstellen registriert, 2 700 Stellen oder 7,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (5 060), im Gesundheits- und Sozialwesen (4 400), im Handel (4 130), im Verarbeitenden Gewerbe (3 950) sowie in der öffentlichen Verwaltung (2 850) gemeldet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Februar 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 1 482 900 Beschäftigten 0,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Gesundheitswesen (plus 2 100 auf 132 100), das Sozialwesen (plus 2 600 auf 121 300), die öffentliche Verwaltung (plus 2 500 auf 109 700), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 1 500 auf 91 500) sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (plus 1 800 auf 54 000). Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 6 300 auf 300 000) sowie im Handel (minus 3 000 auf 200 200) erkennbar.
Konjunkturelle Kurzarbeit
Im April reichten 80 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 560 Beschäftigte. Im März waren es 110 Anzeigen für 1 540 Beschäftigte.
Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Januar 2026 200 Betriebe für 4 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt.
Der rheinland-pfälzische Ausbildungsmarkt im April
Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2025 haben 15 700 Jugendliche die Agenturen für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren 800 oder 4,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 18 400 Ausbildungsstellen1 wurden bislang gemeldet.
Derzeit sind noch 9 400 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 10 600 offene Ausbildungsplätze sind registriert.
„Unser Anspruch ist es, junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf individuell zu unterstützen, denn dieser Übergang ist entscheidend für den beruflichen Lebensweg. Durch die Präsenz unserer Berufsberaterinnen und -berater an den Schulen mit berufsorientierenden Veranstaltungen, Sprechzeiten und individueller Beratung erreichen wir Schülerinnen und Schüler schneller und besser“, betont Hüther.
Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.
Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit vom 30.04.2026